Verlag Hans-Jürgen Böckel GmbH, Beim Zeugamt 4, 21509 Glinde, Telefon 040/710 90 80, Fax 040/710 90 888, E-Mail: info@glinder-zeitung.de, Druckauflage 41.400
 Wöchentlich an die Haushalte in Aumühle, Barsbüttel, Boberg, Börnsen, Braak, Brunsbek, Glinde, Oststeinbek, Reinbek, Stapelfeld, Wentorf, Witzhave und Wohltorf
  Home Mediadaten Impressum Wir über uns AGB´s Kontakt Anzeigenaufnahme
   Nr. 3
   16. Januar 2018
   50. Jahrgang
   
 
GLINDE
Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr

Zahlreiche Jubiläen und Wahlen haben das vergangene Jahr in Glinde geprägt. So konnte Bürgervorsteher Rolf Budde in seiner Ansprache beim Neu- jahrsempfang der Stadt eine lange Liste aufzählen, wobei der Ortsverband des Deut- schen Roten Kreuzes mit 70 Jahren am ältesten wurde, über- trumpft nur vom Kreis Stormarn, dessen 150-jähriges Bestehen auch in Glinde gewürdigt worden war. Es wurde wieder viel gefeiert, wozu in Glinde die zahlreichen all- jährlichen Feste bei- trugen.

weiter
 

BARSBÜTTEL
Drei Wahlen und viele große Vorhaben

In diesem Jahr soll in Barsbüttel viel gebaut, geplant und gewählt werden. Einen Aus- blick gab Bürger- meister Thomas Schreitmüller während des Neujahrsemp- fangs. So werden die Barsbütteler unter anderem dreimal die Wahl haben. So wie alle anderen Schles- wig-Holsteiner werden sie im Mai über die künftigen Kommun- alparlamente abstim- men. Außerdem steht jedoch im Herbst der Seniorenbeirat zur Wahl. Schreitmüller rief dazu auf, nicht nur vom Wahlrecht Gebrauch zu machen, sondern auch selbst aktiv zu werden.

 
weiter
 
Außerdem diese Woche in der
Glinder Zeitung ˇ Sachsenwald:

Wentorf
Neujahrsempfang im Rathaus


SONDERSEITEN:

Wir in Glinde

Aktiv im Alter



Die Stiftung Italiaander/Spegg möchte das Museum Rade erweitern
Mehr Raum im Halboval

Eine halbes Oval bildet den Grundriss des Anbaues, um den das Museum Rade (unten rechts) erweitert werden könnte: Im Zentrum des Baukörpers ein Veranstaltungsraum für 150 Besucher, außen befinden sich unter anderem Garderobe, Gastronomie und Lagerräume.

Zeichnung: Architekten Gössler/Kinz/Kerber/Kreienbaum

Reinbek (hap) - Der Grundriss schwingt sich kühn im Halb-oval vom Ufer der Bille bis an die Schlossstraße. Der eingeschossige Baukörper umfasst großzügig die mehr als 100 Jahre alte Villa, die das Museum Rade in Reinbek beherbergt.
So könnte, nach ersten Vorstel-lungen des Hamburger Architekten Bernhard Gössler, der Erweiterungsbau für das in seiner Art einmalige Kunstmuseum aussehen. Der Vorstand der Stiftung Italiaander/Spegg und Museums-Geschäftsführer Alexander Ladischensky möchten das verwinkelte Gebäude auf diese Weise nicht nur attraktiver machen für Künstler und Besucher. Zugleich soll Raum für Veranstaltungen und ein Lager entstehen. Denn eigentlich ist das Museum zu klein. Vor mehr als 30 Jahren fand das von dem Schriftsteller und Völkerkundler Rolf Italiaander gegründete Museum Rade ein neues Domizil in der Gründerzeitvilla gegenüber dem Schloss Reinbek. Aber das Gebäude im Eigentum der Stadt wird seinem Zweck kaum noch gerecht: Technik und Ausstattung sind veraltet, Menschen mit Behinderung können die vier Etagen des Museums nicht bewältigen, Fluchtwege müssen geschaffen werden.
Doch alles soll künftig besser werden, wenn es nach dem Vorstand der Stiftung Rolf Italiaander/Hans Spegg geht, Träger des in seiner Art einzigartigen Museums. Ein eingeschossiger Anbau, der die Villa in Form eines Halbovals zum Teil umschließt, soll mehr Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen schaffen, für Lager, Sanitärräume sowie einen Fahrstuhl, mit dem das Museumsgebäude barrierefrei zu erreichen wäre. Der Entwurf stammt von dem Hamburger Architekten Bernhard Gössler, der für die Stiftung unentgeltlich tätig wurde, wie Alexander Ladischensky, Geschäftsführer des Museums, betont.
"In dem Museum gibt es einen großen Investitionsstau", stellt Ladischensky fest. So müsse etwa die Beleuchtung des Gebäudes dringend auf LED-Technik umgerüstet werden. "Das kostet zwar Geld, aber wir könnten zirka 90 Prozent Stromkosten einsparen", so der Geschäftsführer. Die Teppiche müssten ebenso erneuert werden wie die Wände auf allen vier Stockwerken gestrichen. Die notwendige Modernisierung ließe sich nach seinen Worten mit dem Erweiterungsbau ideal verbinden. "Dafür werden geschätzt 950.000 bis 1,2 Millionen Euro erforderlich", meint Ladischensky. Den städtischen Haushalt will er damit aber gar nicht belasten. Vielmehr will er versuchen, die Finanzierung des Projektes durch EU-Fördermittel sowie Sponsorengelder zu sichern. Der Fundraising-Experte Dr. Ralf Tappe aus Hildesheim, so Ladischensky, interessiere sich bereits für das Projekt Museum Rade. Der Anbau würde dabei ebenfalls in das Eigentum der Stadt übergehen.
Die Investition werde dazu beitragen, das Museum für Besucher und Künstler attraktiver zu machen und Reinbek als Kultur-Standort bereichern. Der Ver-anstaltungsraum für bis zu 150 Besucher könnte für Vorträge, Workshops oder Vorführungen des Filmrings Reinbek genutzt werden. Es gebe immer wieder Anfragen von Veranstaltern, so Ladischensky. Das Schloss könn-te so entlastet werden. Das Lager für die rund 12.000 Ausstellungsobjekte, heute noch in Lohbrügge ausgegliedert, würde am Museum untergebracht werden. "Damit hätten wir viel öfter die Gelegenheit, die Ausstellung auszutauschen und damit für Besucher interessanter zu machen", betont der Geschäftsführer. Die Barrierefreiheit des Gebäudes werde es künftig auch Menschen mit Handicap ermöglichen, das Museum zu besuchen.
Durch Anbau und Moderniserung könnten Kosten für Energie und Raummiete eingespart werden, zugleich ließen sich so neue Einnahmen generieren, so Ladischensky. Ziel der Stiftung ist es ja, die Stadt bei der Fi-nanzierung des Museums so weit wie möglich zu unterstützen.
In den zuständigen Fachgremien der Stadtverordnetenversammlung fand der Entwurf für die Erweiterung des Museums nach seinen Worten bereits viel Zuspruch. Nun liegen die Pläne im Amt für Stadtentwicklung und Umwelt, wo die Machbarkeit aus planungsrechtlicher Sicht geprüft wird.




Aktionen für historische Suck'sche Kate
Politiker fordern jetzt Enteignung

Abgestützt und provisorisch abgedeckt: Die Suck'sche Kate zeigt immer mehr Anzeichen des Verfalls.

Foto: Schult

Glinde (bs) - Mit einer Demonstration und notfalls einer Enteignung wollen Glinder Politiker dafür sorgen, dass die Suck'sche Kate saniert wird und erhalten bleibt. Denn bislang sieht es so aus, als ob das denkmalgeschützte Gebäude immer weiter verfällt. Provisorien sollen offenbar dagegen helfen: Eine Giebelwand ist mit Balken abgestützt worden, der First des maroden Reetdachs mit einer Plane abgedeckt. Doch das reicht Glindes Politikern nicht.
"Die kosmetischen Maßnahmen des Eigentümers wie die augenblickliche Teilabdeckung des Daches mit einer Plane sind ein schlechter Witz", erklärt SPD-Fraktionschef Frank Lauterbach. Deshalb hat die SPD jetzt beantragt, die zuständige Behörde zu bitten, ein Enteignungsverfahren einzuleiten. Der Antrag soll bei der nächsten Sitzung der Stadtvertretung beraten und beschlossen werden.
Die anderen Fraktionen sind ebenso verärgert. Die Grünen hatten bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass das Gesetz eine Enteignung zulässt, wenn eine Gefahr für den Erhalt des Denkmals besteht. Der Eigentümer wolle das Haus offenbar be-wusst verfallen lassen, so der Eindruck von Jan Schwartz, Ortsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Die Christdemokraten schließen sich der Sicht ebenfalls an. "Eigentum verpflichtet ja auch", sagte CDU-Fraktionschef Dr. Rainer Neumann. "Die Verpflichtung wird in diesem Fall nicht erfüllt."
"Das ist ein starker Eingriff in das Privateigentum", betonte Bürgermeister Rainhard Zug. Dennoch könne er den Antrag in diesem Fall nur begrüßen. "Wenn Kulturgut verkommt, halte ich den Eingriff für angemessen", so der Bürgermeister. Allerdings habe die Stadt keine Erfahrung mit Enteignungsverfahren. Daher müsse erst geprüft werden, ob das in diesem Fall überhaupt möglich sei. "Mein Stand bisher ist, dass die Enteignung auf kommunaler Ebene nicht möglich ist."
Erfahrungen mit Enteignungsverfahren hat auch die Untere Denkmalschutzbehörde beim Kreis Stormarn nicht, wie der Leiter Stephan Brockmöller erklärte. "Wenn der Antrag gestellt wird, werden wir uns damit auseinandersetzen", versicherte er. Untätig sei man aber auch bisher nicht. Seine Behörde stehe im regen Austausch mit dem Besitzer der Suck'schen Kate. "Dabei handeln wir in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege", so Brockmöller.
Es seien bereits verschiedene Maßnahmen getroffen worden, um das Haus zu erhalten. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne er darüber allerdings nicht öffentlich infomieren. Die Politiker könnten jedoch Informationen erhalten. Das sei im nichtöffentlichen Teil von Sitzungen möglich. Wenn die Denkmalschutzbehörde eingeladen werde, komme sie auch.
Mit einer Demonstration und einer Kundgebung soll dem Besitzer des Fachwerkhauses die Forderung nach einer gründlichen Sanierung des Gebäudes übermittelt werden.
Die Politiker in der Stadtvertretung rufen dazu auf, sich am Sonnabend, 3. Februar, um 12 Uhr auf dem Marktplatz zu versammeln. "Wir wollen den Eigentümer gemeinsam aufrufen, endlich mit der Sanierung des für Glinde wichtigen Fachwerkhauses zu beginnen", erklärt Jan Schwartz.









Hier finden Sie unsere Ausgaben als PDF-Dateien