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   Nr. 46
   13. November 2018
   50. Jahrgang
   
   
GLINDE
Neue Vorschläge für die Innenstadt

Das ist die letzte Chance, aus der Innenstadt noch etwas zu machen", erklärt Hans-Peter Busch vom Vorstand des Vereins Stadtmarketing.
Die Arbeitsgruppe Innen- stadtplanung des Vereins hat sich intensiv Ge- danken darüber gemacht, wie das Zentrum ansprechender gestaltet werden kann. Der Bereich mit Marktplatz und Passage muss nach Ansicht der Gruppe grundlegend umgestaltet werden, wenn sich Geschäfte trotz Internet-Handel dort behaupten wollen. "Wir brauchen eine aufenthaltsorientierte Innenstadt", erklärte Uta-Karina Mansel. Dann würde die Bürger zum Bummeln nicht nach Hamburg abwandern.

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REINBEK
"Zeitsprung": Fotoschau im Schloss

Er war in Mosambik und fotografierte Großwild samt der entsprechenden Jäger. Er fertigte 1969 die Bilder für die Print- werbung der SPD zur Bundestagswahl an. Neben zahlreichen Foto-Illustrationen für Bücher - unter anderem von Alfred Biolek - kreierte er 1992 das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Werk "Das Apoka- lyptische Menü". So ganz nebenbei lassen sich viele seiner Arbeiten in Magazinen wie "Geo", "Stern", "Vanity Fair"oder auch "Die Zeit" finden.

 
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Reinbek
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Christian und Helga von Alvensleben.

Foto: Voelling

Ausstellung im Schloss mit 58 Schwarz-Weiß-Werken von Christian von Alvensleben
"Zeitsprung" mit dem dritten Auge

Reinbek (voe) - Er war in Mosambik und fotografierte Großwild samt der entsprechenden Jäger. Er fertigte 1969 die Bilder für die Printwerbung der SPD zur Bundestagswahl an. Neben zahlreichen Foto-Illustrationen für Bücher - unter anderem von Alfred Biolek - kreierte er 1992 das mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Werk "Das Apokalyptische Menü". So ganz nebenbei lassen sich viele seiner Arbeiten in Magazinen wie "Geo", "Stern", "Vanity Fair"oder auch "Die Zeit" finden.
Mit dem Bad Oldesloer Fotografen Christian von Alvensleben hat die Leiterin des Kulturzentrums Elke Güldenstein somit eine weitere überregionale Größe ins Reinbeker Schloss geholt.
In der Ausstellung "Zeitsprung", die noch bis zum 6. Januar andauert, können 58 Schwarz-Weiß-Abzüge des Foto-Künstlers in Größen von 50 mal 50 Zentimetern bis zu 1,30 mal zwei Metern bestaunt werden. Dabei stehen in den Werkserien die Kraft der Natur und die Schönheit archaischer Dinge im Fokus.
Zu sehen ist zunächst ein blutjunger Hubert Fichte (1935-1986). Auf den Fotos trägt der Schriftsteller ein Schaf in seinen Armen, verrichtet Feldarbeit, genießt die Umgebung und entspannt sich in einer kargen Unterkunft. Von Alvensleben gelangen diese Aufnahmen, als er Fichte 1960 als 18-jähriger Schüler zufällig in Montjustin (Frankreich) traf.
Obwohl die Bilder so wirken, als seien sich die beiden Männer sehr vertraut, sollte es keine Begegnung mehr geben. "Hubert Fichte hat die Fotos nie gesehen", sagt von Alvensleben. Erst Anfang der 2000er Jahre seien die Werke in den Hamburger Deichtorhallen ausgestellt worden.
Der "Zeitsprung" vollzieht sich dann im Nebenraum: Der Blick des Besuchers wird magisch angezogen von "Salziges Licht". So heißt das detailreiche Portrait einer Riesenwelle, kurz bevor sie bricht. Das Foto schoss von Alvensleben 2016 in Nazaré (Portugal), ein Ort, der unter den waghalsigsten Surfern wohlbekannt ist. "Ich habe das ein oder andere Warnschild ignoriert, mich mit einem Seil abgesichert und in einer Felsspalte auf diese Welle gewartet", beschreibt der 77-Jährige die Leidenschaft, mit der nicht nur dieses Meisterwerk entstand. Ehefrau Helga steht bei solchen Aktionen immer Ängste aus.
Doch sie unterstützt die Arbeit ihres Mannes voll und ganz: "Ich bin Ideengeberin, Stylistin und die einzige Kritikerin, auf die er auch wirklich hört", sagt sie mit einem Augenzwinkern. "Mein drittes Auge" hingegen nennt der Künstler seine Gattin. Daher sei diese Ausstellung auch eine gemeinsame.
Die beiden Weltenbummler sehen darüber hinaus in gesammelten Steinen, Muscheln und Kakteen mehr als andere Menschen. "Sie erzählen von der Geschichte, aus der sie kommen, sind Überlebenskünstler", erklärt von Alvensleben. Entsprechend umhüllt er beispielsweise durch den so genannten Sabatier-Effekt seine Objekte in noch tiefere Schatten: "Das analoge Foto wird kurz belichtet, dann gehe ich mit dem Wedler drüber." So habe er eine Muschel quasi in "die dunkle Tiefsee" versetzt. Farbe würde hier nur stören.
Archaik findet das Von-Alvensleben-Team aber auch im Ursprünglichen und Einfachen der Menschen. Im griechischen Dorf Archangelos auf der Insel Rhodos etwa traf es auf Männer, die sich für ein jahrhundertealtes Frühlingsfest verkleideten: Einer trägt einen Oktopus auf dem Kopf, ein anderer hat sein Gesicht in Quark eingehüllt. "Für mich ist Zukunft eine fortbestehende Vergangenheit", erklärt von Alvensleben. Und diese Botschaft wird für den Betrachter nur zu offensichtlich.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr, Telefon 040-72 73 46 11. Weitere Informationen im Netz unter www.schloss-reinbek.org




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